wort für wort – totale rezitation der allgemeinen erklärung der menschenrechte • ein projekt von gerhard rühm

22. Februar 2025, vor dem Volkstheater Wien © TONSPUR Kunstverein Wien & Volkstheater Wien. Foto Max Kropitz
Panorama von Reinhold Leitner, cupix360.at
Für Menschlichkeit und die Freiheit der Grundrechte erhoben mehr als tausend Menschen am 22. Februar 2025 vor dem Portal des Wiener Volkstheaters ihre Stimme: Einer Idee Gerhard Rühms, Legende der österreichischen Nachkriegsavantgarde, folgend, wurde einzeln und nacheinander – Wort für Wort – die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ gelesen. Die 1.355 gesprochenen Worte der Deklaration wurden bei der mehrstündigen Aktion über zwei große Lautsprecher in den Stadtraum getragen – und parallel aufgezeichnet.
KÖR Wien freut sich, dass die daraus entstandene rund halbstündige Acht-Kanal-Installation nun auf den Wiener Heldenplatz einem großen Publikum präsentiert werden kann und bis zum 30. August täglich von 10 bis 20 Uhr im Loop zu hören sein wird. Wort für Wort erinnert sie uns daran, dass Demokratie und Menschenrechte das Fundament unseres Zusammenlebens bilden.
Für Gerhard Rühm gehört die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ an die Spitze aller schriftlichen Manifeste. Sie beschreibt zum ersten Mal Rechte, die für jede und jeden, jederzeit und überall auf dieser Welt gelten (sollten). Angesichts des gegenwärtig äußerst beunruhigenden politischen Geschehens ist die Besinnung auf unsere demokratischen Werte wohl höchst angebracht, erläuterte Rühm 2025 in einem Interview aus Anlass seines 95. Geburtstages die Motivation für die Realisierung dieser Idee.
Das vom TONSPUR Kunstverein Wien initiierte Kunstprojekt, das Rühm hinsichtlich seiner Machbarkeit als utopisch eingestuft hatte, konnte 2025 gemeinsam mit dem Volkstheater Wien umgesetzt werden. Als Klangintervention – mitermöglicht von KÖR Wien – wird es nun im öffentlichen Raum präsentiert. Die Radio-Uraufführung von „wort für wort – totale rezitation der allgemeinen erklärung der menschenrechte“ ist am 10. August auf Ö1 („Blaue Stunde“, 10. August 2026, 21 Uhr) zu hören.
Florian Neuner


















Eröffnung
TONSPUR_intervention
wort für wort – totale rezitation der allgemeinen erklärung der menschenrechte
ein projekt von gerhard rühm
Klangintervention im öffentlichen Raum des Heldenplatzes vor dem Weltmuseum Wien
Eine Produktion von TONSPUR Kunstverein Wien in Zusammenarbeit mit Ö1 Blaue Stunde
13. August 2026, 17 Uhr
Heldenplatz vor dem Weltmuseum Wien
In Anwesenheit des Künstlers Gerhard Rühm
Es sprechen
Claudia Banz, Direktorin Weltmuseum Wien
Markus Wimmer, stv. Burghauptmann
Kurt Reissnegger, Programmchef Radio Österreich 1
Cornelia Offergeld, Künstlerische Leiterin Kunst im öffentlichen Raum Wien
Georg Weckwerth, Künstlerischer Leiter TONSPUR Kunstverein Wien
Gerhard Rühm, Universalkünstler
Grusswort der Gemeinde Wien
Shams Asadi, Menschenrechtsbeauftragte der Stadt Wien
Grusswort des Bundespräsidenten
Meinhard Rauchensteiner, Präsidentschaftskanzlei
Einführung
Florian Neuner, Schriftsteller und Publizist
Dank
Georg Weckwerth, Künstlerischer Leiter TONSPUR Kunstverein Wien
Gerhard Rühm, Universalkünstler

© TONSPUR Kunstverein Wien & Weltmuseum Wien. Foto Georg Weckwerth. Animation Dieter Auracher





Alle Wienerinnen und Wiener sowie alle Besucher*innen der Stadt sind herzlich eingeladen, bei dieser einmaligen und durchaus tollkühnen Aktion mitzumachen, um gemeinsam mit Gerhard Rühm die Stimme für Menschlichkeit und Freiheit der Grundrechte zu erheben.
Am Samstag 22. Februar ab 11:00 Uhr (bis ca. 17:00) vor dem Portal des Volkstheaters mit Gerhard Rühm und über 1.400 Menschen
Vor bald 77 Jahren wurde die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ verabschiedet und darin zum ersten Mal Rechte beschrieben, die für jede und jeden, jederzeit und überall auf dieser Welt gelten (sollten). Für Gerhard Rühm gehört diese Erklärung an die Spitze aller schriftlicher Manifeste der Menschheit. Und so möchte Rühm dieses Manifest in einer Form präsentieren, „die der Sache größte Breitenwirksamkeit verleiht“. So kam er auf die ebenso lapidare wie spektakuläre Form einer Beteiligung von über 1.000 Mitwirkenden, die gemeinsam nacheinander „Wort für Wort“ den Text sprechen.Ganz im Sinne dieser geistigen Solidarität und „in Zeiten politischer Instabilität und dem eklatanten Rechtsruck ist es wichtig, mit diesem wunderbar tollkühnen Projekt des großen Gerhard Rühm gemeinsam und lautstark an die Freiheit und Grundrechte aller Menschen zu erinnern. Zusammen mit allen Wienerinnen und Wienern und Gästen in der Stadt können wir einmal mehr ein klares Zeichen setzen: Alle zusammen gegen den Faschismus!“ sagt Volkstheater-Intendant Kay Voges.
Artikel 1 „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Solidarität begegnen.“
Einzeln und nacheinander sollen über 1.000 Mitwirkende vor dem Portal des Volkstheaters „Wort für Wort“ die aus dem Jahr 1948 stammende „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ unüberhörbar in den öffentlichen Stadtraum tragen. „Eine Realisierung dieser artifiziellen Konzeption wäre eine ebenso kulturelle wie sozialpolitische Großtat von universeller Bedeutung“, so Gerhard Rühm.
Die bei der Aktion entstandene Tonaufnahme wird im Nachgang so aneinander montiert, dass – so Rühms Vorstellung – „ein in sich geschlossener Prosatext entsteht, der im Rundfunk gesendet wird und sich auch als Installation an einem dafür geeigneten, publikumsträchtigen Ort manifestieren soll. Die Wirkung muss aller Voraussicht nach überwältigend sein“, so der Dramatiker.

Gerhard Rühm (li.) Photo: Frank Paul
Gerhard Rühm ist eine Legende der österreichischen Nachkriegsavantgarde. Am 12. Februar feiert der Poet, Dramatiker, Zeichner, Collagist, Konzeptualist, Performer und Pianist seinen 95. Geburtstag!
Aus diesem Anlass und aufgrund der politischen Entwicklungen in Österreich, Deutschland, den USA und vielen anderen Ländern weltweit, setzen das Volkstheater gemeinsam mit TONSPUR Kunstverein Wien ein universalistisches Kunstprojekt von Gerhard Rühm in die Tat um.
Auch Georg Weckwerth, künstlerischer Leiter von TONSPUR Kunstverein Wien, ist erfreut über die gemeinsame Aktion: „Als Gerhard Rühm mir vor einem Jahr von seiner Utopie erzählte, war für mich augenblicklich klar, dass ich diese Realität werden lassen will. Ich bin Kay Voges und dem Volkstheater sehr dankbar, dass es keiner langen Überlegung bedurfte, um einer gemeinsamen Umsetzung zuzustimmen. WORT FÜR WORT wird ein Ereignis des Miteinanders und des gemeinsamen Einstehens für die universellen Werte, in Zeiten einer immer weiter fortschreitenden Polarisierung in Politik und Gesellschaft.“


Flugblatt Wort für Wort © Volkstheater Wien & TONSPUR Kunstverein Wien.

>>> KÖR | Temporär
wort für wort – totale rezitation der allgemeinen erklärung der menschenrechte
Gerhard Rühm
Zeitraum
14. bis 30. August, täglich 10 bis 20 Uhr im Loop
U3 Herrengasse, U3, U2 Volkstheater, Straßenbahnlinie 2 Burgring, sowie die Linien 46, 48a, 49 Ring/Volkstheater
>>> VOLKSTHEATER
Presseinformation Volkstheater 24.02.2025
>>> VOLKSTHEATER
Presseinformation Volkstheater 19.02.2025
>>> DER STANDARD
Dichter Gerhard Rühm: „Das Kulturverständnis der FPÖ ist schlicht deprimierend“
>>> DOWNLOAD
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
>>> weitere Fotos vom Event © 2025 Reinhold Leitner

Ein Projekt von Gerhard Rühm
Eine Produktion von Volkstheater und TONSPUR Kunstverein Wien