wort für wort – totale rezitation der allgemeinen erklärung der menschenrechte • ein projekt von gerhard rühm

19–20.9.2026 • Schauspiel Köln Agora • Offenbachplatz
Aufgrund der politischen Entwicklungen in Österreich, Deutschland, den USA und vielen anderen Ländern weltweit, setzte TONSPUR Kunstverein Wien gemeinsam mit dem Volkstheater Wien am 22. Februar 2025 ein universalistisches Kunstprojekt von Gerhard Rühm in die Tat um, dessen Form ebenso lapidar wie spektakulär war. Weit über 1000 Mitwirkende sprachen gemeinsam vor dem Portal des Volkstheaters in einer mehrstündigen Aktion einzeln und nacheinander die vor bald 78 Jahren verabschiedete „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ Wort für Wort in ein Mikrofon. Die gesprochenen Worte wurden dabei über zwei große Lautsprecher unüberhörbar in den öffentlichen Stadtraum getragen – und parallel (auch) aufgezeichnet.
Für Gerhard Rühm, eine Legende der österreichischen Nachkriegsavantgarde, gehört die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ an die Spitze aller schriftlicher Manifeste der Menschheit. In ihr werden zum ersten Mal Rechte beschrieben, die für jede und jeden, jederzeit und überall auf dieser Welt gelten (sollten). Seit langem wollte der 1930 in Wien geborene Poet, Dramatiker, Zeichner, Collagist, Konzeptualist, Komponist und Performer dieses Manifest in einer Form präsentieren, „die der Sache größte Breitenwirksamkeit verleiht“.
Die 2025 entstandene Tonaufnahme wurde nun auf Betreiben von Georg Weckwerth, dem Gründer und künstlerischen Leiter von TONSPUR Kunstverein Wien, in der Regie von Gerhard Rühm von ORF-Tonmeister Martin Leitner so aneinander montiert, dass „ein in sich geschlossener Prosatext entsteht, der im Rundfunk gesendet wird und sich als Installation an einem dafür geeigneten, publikumsträchtigen Ort manifestieren soll. Die Wirkung muss aller Voraussicht nach überwältigend sein“, so der Universalkünstler.
Die Uraufführung der rund halbstündigen Radiofassung von „wort für wort – totale rezitation der allgemeinen erklärung der menschenrechte“ von Gerhard Rühm fand am 10. August 2026 in der Ö1 Blaue Stunde statt. Wenige Tage darauf, am 13. August 2026, erfuhr die für die Sammlung „TONSPUR für einen öffentlichen raum“ entstandene, gleichnamige Acht-Kanal-Installation auf dem Wiener Heldenplatz vor dem Weltmuseum Wien ihre Weltpremiere und war dort bis zum 13. September täglich von 10 bis 20 Uhr im Loop zu hören. Der Heldenplatz wurde bewusst gewählt. Als einer der berühmtesten Plätze des Landes und zentraler Ort österreichischer Erinnerungskultur, bot dieser Platz den angemessenen und würdigen Rahmen für die Präsentation eines künstlerischen Konzepts, das unter Mitwirkung vieler Menschen umgesetzt wurde – im Bewusstsein unserer demokratischen Werte, die es mehr denn je zu verteidigen gilt.
Save the date Am 19. und 20. September 2026 kommt es anlässlich der Wiedereröffnung des Schauspiel Köln nach jahrelanger Sanierung im Rahmen eines großen Bürgerfestes zur Deutschlandpremiere von „wort für wort – totale rezitation der allgemeinen erklärung der menschenrechte“ von Gerhard Rühm. Dabei wird es in der Agora des Theaters zwei Tage lang im Loop zu hören sein. Die Einführung erfolgt durch den vormaligen Intendanten des Volkstheater Wien und jetzigen Intendanten des Schauspiel Köln, Kay Voges.


Ein Projekt von Gerhard Rühm
Eine Produktion von Volkstheater und TONSPUR Kunstverein Wien


