TONSPUR für einen öffentlichen raum
Klangarbeiten im MuseumsQuartier Wien
Ein Projekt von Georg Weckwerth und Peter Szely


TONSPUR 86
Enrique Mendoza [MX]*
Words over Swords, 2020
8-Kanal Klangarbeit, 7-teilige Bildstrecke
Dauer 50 min
Konzept, Komposition, digitale Verarbeitung und Bearbeitung von
Bildern: Enrique Mendoza
Aquarellzeichnungen: Daniela Segura Mendoza
Produktion: TONSPUR Kunstverein Wien für die Reihe
TONSPUR für einen öffentlichen raum
75. TONSPUR-Artist-in-Residence im Q21/MQ




Surround Version:




24.08.20–29.09.20
TONSPUR_passage / Q21 (MQ Wien)
Museumsplatz 1, 1070 Wien
Täglich 10–20h
Eröffnung: So 23.08.2020, 17h
Einleitende Worte:
Georg Weckwerth [Künstlerischer Leiter TONSPUR Kunstverein Wien]
Volkmar Klien [Komponist und Leiter des Instituts für Komposition –
Anton Bruckner Universitätät Linz ] – lesen






WORDS OVER SWORDS
Diese Arbeit basiert auf dem historischen Ereignis vom 19. März 1938, als der mexikanische Delegierte Isidro Fabela beim Völkerbund gegen den „Anschluss“ Österreichs durch die Nazis Protest einlegte. Diese Protestnote sollte sich später als äußerst wichtig erweisen, gab sie doch Österreich nach dem Krieg die Möglichkeit, sich gegen Sanktionen zu verwehren. Als Dank dafür wurde 1956 der Erzherzog-Karl-Platz in Wien in Mexikoplatz umbenannt und 2005 von den Regierungen Österreichs und Mexikos die Isidro-Fabela-Promenade eingeweiht. Diese spezielle zwischenstaatliche Beziehung zeigt, warum wir uns in sämtlichen Lebensbelangen immer an den Frieden halten sollten.
„Words over Swords“ bezieht und bekennt sich klar zu diesem Ereignis im Jahr 1938. Die Arbeit gemahnt an ein Diktum Kants aus dem philosophischen Entwurf „Zum ewigen Frieden“ aus 1795: „Da es nun mit der unter den Völkern der Erde einmal durchgängig überhand genommenen (engeren oder weiteren) Gemeinschaft so weit gekommen ist, dass die Rechtsverletzung an einem Platz der Erde an allen gefühlt wird.“ Dies gilt heute mehr als je zuvor. Es geht um Frieden, nicht um Krieg.
Mit dieser Arbeit möchte ich auch darauf hinweisen, dass Worte und Diplomatie echten Einfluss auf die Wirklichkeit haben, und dass Worte das einzige „Schwert“ zur Lösung von zwischenmenschlichen oder zwischenstaatlichen Konflikten sein sollten.
Für die Komposition recherchierte ich im Tonarchiv der Österreichischen Mediathek in Wien, wo ich Dateien von Reden und anderen militärischen Ereignissen aus dem Jahr 1938 fand. Diese Dateien verarbeitete ich mit einer Spektralsoftware zu musikalischem Material. Ein zentraler Aspekt der Komposition ist, dass der Klang durch die acht Kanäle in der TONSPUR_passage nicht nur räumlich, sondern öffentlich erlebt werden kann. Dies prägt auch den Aufbau der Arbeit, die sich von „Worten“ zu „Schwertern“ und wieder zurück entwickelt. Die Produktion der Bilder für die Postkarte und die Passagengalerie erfolgte nach dem gleichen Verfahren. Die Postkarte basiert auf einer digital verarbeiteten Zeichnung aus mehreren Mündern (den Wörtern), kombiniert mit einem Bild einer Waffe (den Schwertern). Für die Galerie habe ich Fabelas Protestbrief verwendet und bestimmte Wörter hervorgehoben und mit Aquarellzeichnungen von Mündern und Waffen kombiniert.

Enrique Mendoza

BIOGRAPHIE
Enrique Mendoza, geboren 1978 in Mexiko, lebt und arbeitet in Mexiko Stadt.
enriquemendoza.net












Bundeskanzleramt Kunst
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TONSPUR 86 PASSAGENGALERIE
Gestaltet von Enrique Mendoza –