TONSPUR für einen öffentlichen raum
Klangarbeiten im MuseumsQuartier Wien
Ein Projekt von Georg Weckwerth und Peter Szely


TONSPUR 57
Gerald Fiebig [D]*
Klanggasse, 2013
Konstruierte Situation
8-Kanal-Audio, 7-teilige Posterreihe
Länge 11.44 min
*42. TONSPUR-Artist-in-Residence im quartier21/MQ



25.02.13–25.05.13
MuseumsQuartier Wien
TONSPUR_passage [zwischen MQ Hof 7 und 8]
Täglich 10–20h
Preview/Einweihung: So 24.02.13, 17h
Einleitende Worte:
Georg Weckwerth [Künstlerischer Leiter TONSPUR]
Thomas Stangl [Schriftsteller] – lesen


TONSPUR_TRIBUTE TO JOHN CAGE










KLANGGASSE. KONSTRUIERTE SITUATION
„Wer sich enorm müde läuft, kann noch Geheimnisse auf den Straßenschildern entdecken – der letzte Stand des Humors und der Poesie“, schreibt der Situationist Gilles Ivain im „Formular für einen neuen Urbanismus“. Gerald Fiebig hat im 2. Wiener Gemeindebezirk das Straßenschild der Klanggasse entdeckt. Auch die TONSPUR_passage im MuseumsQuartier ist eine Art Gasse für Klänge. Die Poesie (und der Humor) dieses Zusammentreffens regten ihn dazu an, die Tonspuren der beiden Wiener Klanggassen ineinanderzublenden und so einen dritten, imaginären Klangraum zu schaffen.
Das MuseumsQuartier und die Leopoldstadt bzw. Mazzesinsel bieten sich dafür besonders an, da sich in beiden historische und politisch-soziale Bedeutungsschichten deutlich sichtbar überlagern. Mit dem MQ wurde aus den habsburgischen Hofstallungen ein kulturelles Zentrum geschaffen. Im Stadtbild der Leopoldstadt (deren heutiger Namensgeber bereits die Juden von dort vertrieb) ist die Geschichte von Faschismus und Krieg ebenso lesbar wie die der Arbeiterbewegung, zugleich sind dem Bezirk (wieder) aktives jüdisches Leben und vielfältiges Engagement der Bewohner eingeschrieben.
Für seine Installation hat Fiebig an verschiedenen Stellen der Klanggasse Klänge aufgenommen und sie in der TONSPUR_passage verteilt. Sie bilden das akustische Ausgangsmaterial der von ihm konstruierten Situation: mal rhythmisiert, mal durch extreme zeitliche Dehnung und Stauchung verfremdet, mal ununterscheidbar mit den ‚realen‘ Klängen der Passage durchdrungen. Indem er den alltäglichen Lebens-Raum der Klanggasse in den ästhetisch codierten Raum des MQ holt, ergänzt Fiebig die visuellen Zeichenebenen der Stadt um eine akustische Dimension – und spielt mit der Utopie einer Stadt, in der es keine Trennung zwischen Kunst und Leben, zwischen Residenz und Ghetto gäbe.


ICH BIN NEU IN DER WIENER SCHULE
Gastbeitrag für den MQ-Blog von Gerald Fiebig
sof.mqw.at

BIOGRAPHIE
Gerald Fiebig, geboren 1973 in Augsburg, Deutschland, lebt und arbeitet in Augsburg.
geraldfiebig.net
attenuationcircuit.de









Bundeskanzleramt Kunst


TONSPUR 57
Text folgt...
Georg Weckwerth, Februar 2013

PASSAGENGALERIE
Gestaltet von Gerald Fiebig –