TONSPUR für einen öffentlichen raum
Klangarbeiten im MuseumsQuartier Wien
Ein Projekt von Georg Weckwerth und Peter Szely


TONSPUR 54
Candice Breitz + Alex Fahl [ZA/D]*
Vanitas Medley, 2012
8-Kanal-Installation
Länge 9.46 min
Dank an Georg Weckwerth
*40. TONSPUR-Artist-in-Residence im quartier21/MQ



03.09.12–24.11.12
MuseumsQuartier Wien
TONSPUR_passage [zwischen MQ Hof 7 und 8]
Täglich 10–20h
Eröffnung: So 02.09.12, 17h
Einleitende Worte:
Georg Weckwerth [Künstlerischer Leiter TONSPUR]
Raimar Stange [Kunstpublizist] – lesen


TONSPUR IN BERLIN
TONSPUR_TRIBUTE TO JOHN CAGE
TONSPUR_LISTEN TO YOUR CITY








VANITAS MEDLEY
„Wenn ich auf die Neinsager gehört hätte, würde ich noch immer in den österreichischen Alpen leben und jodeln!“ Arnold Schwarzenegger

Candice Breitz und Alex Fahl montieren vorgefundene Aufnahmen von Ratschlägen zahlreicher Motivationstrainer und Finanzgurus zu einem „Vanitas Medley“, das die Schnell-reich-werden-Tipps der Profiberater, aber auch von Superreichen wie Donald Trump oder Arnold Schwarzenegger zu einer bewusst absurden Abfolge verwebt. Damit treten die Kurzformeln, die sämtlich den Weg zum Reichtum in wenigen einfachen Schritten beschreiben, in einen aberwitzigen Wettstreit. Man ist sich einig: Mit der richtigen Einstellung und ein bisschen harter Arbeit, kannst auch du, unabhängig von Herkunft und wirtschaftlichem Umfeld, aus eigener Kraft Millionär werden! Indessen hat die fundamental-kapitalistische Vorstellung, dass jedermann und jede Frau ‚es schaffen kann‘, im Licht der gegenwärtigen weltweiten Rezession einen hohlen Beiklang. Sogar in den Vereinigten Staaten, der Wiege dieses Optimismus’, ist die soziale Mobilität nach oben beinahe zum Stillstand gekommen. Der eindringlich manipulative Chor der im Medley versammelten Finanzpriester enthüllt jene krankhafte Geldobsession, die die derzeitige Krise des Spekulationskapitalismus ausgelöst hat, während die schnelle Schnittfolge des Stücks dessen leere Versprechen auflöst und verhöhnt.

Die Installation wird von sieben Plakaten vervollständigt, die je einen Totenschädel aus Arbeiten von Hans Holbein dem Jüngeren, Vincent van Gogh, Salvador Dali, Andy Warhol, Takashi Murakami, Subodh Gupta sowie Damien Hirst zeigen. Der Totenschädel ist historisch gesehen ein Symbol für die Kürze des Lebens und die Unausweichlichkeit des Todes. Die Schädelgalerie aus Kunstwerken anderer Künstler bildet einen lakonischen Kontrapunkt zur Überschwänglichkeit der Toncollage.


BIOGRAPHIEN
Candice Breitz [*1972, Johannesburg, Südafrika] + Alex Fahl [*1976 in Frankfurt am Main, Deutschland], leben und arbeiten in Berlin.
candicebreitz.net









Bundeskanzleramt Kunst


TONSPUR 54
Text folgt...
Georg Weckwerth, September 2012

PASSAGENGALERIE
Gestaltet von Candice Breitz + Alex Fahl –