TONSPUR für einen öffentlichen raum
Klangarbeiten im MuseumsQuartier Wien
Ein Projekt von Georg Weckwerth und Peter Szely


TONSPUR 77
Arsenije Jovanović [RS]*
The Art of Speech (For Ana), 2018
8-Kanal-Klangarbeit, 7-teilige Bildstrecke
Dauer 53:50 min
Konzept, Tonaufnahmen, Komposition: Arsenije Jovanović
Stimme, Klavier, Violine: Ana Jovanović
Tonmeister: Georg Janser
Produktion: TONSPUR Kunstverein Wien für die Serie
TONSPUR für einen öffentlichen raum
In Zusammenarbeit mit ORF Kunstradio
Besonderer Dank an Ana Jovanović, Ilinka Irena Jovanović,
Elisabeth Zimmermann, Norbert Math
*67. TONSPUR-Artist-in-Residence im Q21/MQ





26.02.18–26.05.18
TONSPUR_passage / Q21/MQ Wien
Museumsplatz 1, 1070 Wien
Täglich 10–20h
Eröffnung: So 25.02.2018, 17h
Einleitende Worte:
Georg Weckwerth [Künstlerischer Leiter TONSPUR Kunstverein Wien]
Elisabeth Zimmermann [ORF Kunstradio] _2 – lesen






TONSPUR | IMPRINT THE ART OF SPEECH (FOR ANA)
„Die Kunst zu sprechen (Für Ana)“ beruht auf Stimm- und Sprachaufnahmen eines Mädchens, namentlich meiner Tochter Ana, von ihrer Geburt bis ins Erwachsenenalter. Die erste Aufnahme entstand in Chioggia an der Lagune von Venedig am ersten Tag nach ihrer Geburt. Es handelt sich um nicht mehr als ein schweres Atmen am Anfang ihres Lebens, das ich als eine Art leidvolles Seufzen hörte. Auf der nächsten Aufnahme hört man Ana Muttermilch saugen. Dann das erste Schreien, das erste Lachen und was sonst so in den ersten Tagen nach der Geburt kommt. Die letzte Aufnahme wurde erst vor Kurzem Mitte Februar 2018 in einem Studio des ORF gemacht, als Ana bereits 19 Jahre alt war. Um das Wunder der Sprachentwicklung in seinen ersten Phasen aufnehmen zu können, folgte ich meiner Tochter, so oft es ging, mit einem Mikrophon. Die menschliche Sprache ist eines der faszinierendsten Phänomene der Humanevolution. Die Originalaufnahmen sind als Dokumentation unersetzlich, wiewohl der Autor das Dokumentargenre nicht immer ganz strikt einhielt. Bei manchen Sequenzen ergänzte ich die möglichst unverfälschten Aufnahmen durch musikalische Tupfen. Dabei ist die Sprache des Menschen, und zwar welche immer, ohnehin eine Art Musik, so wie die Musik eine Art der Sprache ist. Ich glaube, es ist wichtig zu betonen, dass auf dem fertigen Stück ausschließlich Ana redet, singt oder ein Instrument spielt. Es gibt keinerlei andere Stimmen. Ich arbeite seit mehreren Jahrzehnten mit Klangkunst, wobei ich Dutzende Stücke hauptsächlich in Stereo schuf. Diesmal packte mich die Lust, das Stück ganz anders zu gestalten. Mit dem Programm „Audiomulch“ kreierte ich eine Art komplexes Labyrinth aus zahllosen Kombinationen, wann der Hörer oder die Hörerin was wie laut und wie leise hört. Das Klanglabyrinth hat kein Ende und keinen Ausgang. Es ist ein geschlossenen System, dem man zuhören kann, solange man möchte, oder aus dem man nach Laune einfach beliebige Stückchen entnehmen und deuten kann, wenn man durch die TONSPUR_passage geht – wie wenn man zufällig einen Vogel im Baum oder irgendeinen anderen Klang aus dem großartigen akustischen Universum, das wir bewohnen dürfen, hört. – Arsenije Jovanović

BIOGRAPHIE
Arsenije Jovanović, geboren 1932 in Belgrad, Serbien, lebt und arbeitet in Belgrad und in Rovinj, Kroatien. 67. TONSPUR-Artist-in-Residence im Q21/MQ.
wikipedia.org












Bundeskanzleramt Kunst


TONSPUR 77 PASSAGENAGALERIE
Gestaltet von Arsenije Jovanović