TONSPUR für einen öffentlichen raum
Klangarbeiten im MuseumsQuartier Wien
Ein Projekt von Georg Weckwerth und Peter Szely


TONSPUR_interruption
Kollektiv Raumstation [DE/AT/CH]
Zu Ihrer eigenen Sicherheit, 2018/2021
8-Kanal Klangarbeit, 7-teilige Bildstrecke
Dauer 29:12 min
Unterstützt von Oskar nimmt Platz – Raum für gepflegte Unruhe, Social
Design – Arts as Urban Innovation, Universität für angewandte Kunst Wien
Neu interpretiert für die Reihe TONSPUR für einen öffentlichen raum
Stimme: Angela Schneider
A1-Bildstrecke: Marielle Plößl
Produktion: TONSPUR Kunstverein Wien

 


01.03.21–29.05.21
TONSPUR_passage / Q21 (MQ Wien)
Museumsplatz 1, 1070 Wien
Täglich 10–20h
Eröffnung: So 28.02.2021, 17h
Einleitende Worte:
Georg Weckwerth [Künstlerischer Leiter TONSPUR Kunstverein Wien]
Sabine Knierbein [Stadtforscherin und Hochschullehrerin] – lesen






ZU IHRER EIGENEN SICHERHEIT

2018
Das Projekt Oskar nimmt Platz (Universität für angewandte Kunst Wien) lädt uns zur Auseinandersetzung mit normgerechtem Verhalten im öffentlichen Raum ein. In einer kritisch-künstlerischen Auseinandersetzung entsteht die Audioinstallation „Zu Ihrer eigenen Sicherheit“: Die Stimme der Wiener Linien, Angela Schneider, verliest Verhaltensregeln, die teilweise direkt dem Gesetzbuch entnommen, teilweise von uns formuliert wurden.

2021
TONSPUR Kunstverein Wien lädt uns ein, „Zu Ihrer eigenen Sicherheit“ in der TONSPUR_passage im MuseumsQuartier Wien wieder aufzuführen. Inzwischen wird das öffentliche Leben aber seit einem Jahr von einer Pandemie beherrscht und wir stellen fest: Was 2018 aus einer Kritik an paternalistischer Überfürsorge, der Bürokratisierung und somit Entpolitisierung möglicher Konflikte im öffentlichen Raum entstand, erscheint nun in einem neuen Kontext. Denn die Problematik ‚sicheren‘ Verhaltens in der Öffentlichkeit wurde durch die Pandemie verschärft. Begriffsdeutungen wie Sicherheit und Gesundheit haben sich verschoben: Ging es 2018 vorrangig um die subjektive Sicherheit Privilegierter gegenüber Belästigung und Schmutz oder die ‚Wahrung der öffentlichen Ordnung‘, fokussiert Sicherheit heute Regelungen für alle, um ein Ansteckungsrisiko im geteilten Stadtraum zu minimieren. Gesundheit bezeichnet nicht mehr vorrangig die neoliberale Verantwortungsübergabe von Leistungsfähigkeit auf das Individuum, sondern das Ringen um die Eindämmung einer unmittelbaren gesundheitlichen Gefahr. Schien das Bewusstsein für allgegenwärtige Regelungen gezwungenermaßen vor allem bei aufgrund von Staatsangehörigkeit, Ethnie oder Geschlecht marginalisierten Gruppen vorhanden, wird es nun Teil kollektiver Auseinandersetzung.
Verhandelbar bleibt für uns die Kommunikationsweise eines notwendigen Regelwerks: Wie kann und darf in diesem Sinne „Erziehung“ funktionieren? Noch immer kritisch sehen wir eine Kommunikation, die dem Gegenüber im Tonfall falscher Höflichkeit ungefragt moralische Ratschläge gibt. Denn die klare Äußerung von Regeln für alle im Sinne eines solidarischen Miteinanders ist gerade jetzt wichtig, um öffentliches Leben in einer Pandemie aufrecht erhalten zu können.

Kollektiv Raumstation

BIOGRAPHIEN
Kollektiv Raumstation, 2013 in Weimar, Deutschland gegründet, hat heute auch Plattformen in Berlin, Wien und Zürich • An diesem Projekt arbeiteten Helena Bernhardt, Gunnar Grandel, Silvan Hagenbrock, Hannah Niemand, Alice Reinhard, Sarah Zelt und Kristina Hinrichsen als 77. TONSPUR-Artist-in-Residence im Q21/MQ
raumstation.org/










Bundeskanzleramt Kunst
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TONSPUR_INTERRUPTION PASSAGENGALERIE
Gestaltet von Kollektiv Raumstation –